Dieser Umstand muss ein Ende haben

15.675 Mal wurde die Berliner Feuerwehr innerhalb eines Jahres zu Einsätzen in vollstationären Pflegeheimen in Berlin gerufen. Das sind durchschnittlich 43 Einsätze pro Tag in der Zeit von September 2018 bis August 2019.

Das sagte der ärztliche Leiter der Berliner Feuerwehr, Stefan Poloczek, dem rbb. Jeder fünfte dieser Einsätze sei nötig, weil ein Bewohner gestürzt sei – oft sei nur eine Pflegekraft im Dienst, die ihn alleine nicht wieder ins Bett heben kann. Doch Feuerwehrkräfte hätten auch schon mehrere Stunden lang Heimbewohner beaufsichtigt, weil in dem Heim Personalnot herrschte, so Poloczek.

Aus Sicht der Rettungskräfte könnten viele Einsätze entfallen

Aus Sicht der Rettungskräfte könnten viele Einsätze entfallen, wenn ausreichend geschultes Pflegepersonal in den Heimen arbeitete. Der Mangel daran sei ein „schleichend zunehmendes Problem“, so Poloczek. Er schätzt, dass 20 bis 30 Prozent der Einsätze in stationären Pflegeeinrichtungen vermeidbar wären. Die Rettungskräfte der Feuerwehr wollen nun Vorschläge erarbeiten, wie sie Pflegeheime darin unterstützen können, seltener den Notruf 112 zu wählen.

Man wolle die Heime unterstützen, aber werde im Extremfall auch die Heimaufsicht oder den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung – beide eigentlich für die Kontrollen in den Pflegeeinrichtungen zuständig – über Missstände informieren.

Quelle

Rundfunk Berlin-Brandenburg

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